Intoleranz vom Land

Als ich heute mit der U2 von Achim nach Hause fuhr, musste ich erleben, dass die Menschen aus ländlicheren Gegenden leider nicht ganz so weltoffen sind, wie wir hier in Berlin. Ein Familienvater, der schon so nicht sonderlich sympathisch wirkte, musste lauthals von sich geben, dass in Berlin komische Gestalten rumlaufen.

Guck Dir den da drüben mal an, das kann ein Junge oder ein Mädchen sein. Die Familie lacht.

copyright Rainer Sturm (pixelio.de)
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Er schaut dann in meine Richtung, wohl auf Zustimmung wartend, ich jedoch wurde dadurch richtig sauer. Ich fragte ziemlich ungehalten, was er denn für eine beschränkte Sicht auf die Welt habe und dass es doch scheißegal sei, wie die Leute aussehen und rumlaufen. Darüber so abfällig zu urteilen, fand ich einfach ziemlich daneben. Für seine beiden Töchter war er zudem ein super Vorbild für Toleranz. Warum sind Menschen so eingeschränkt in ihrem Denken?

Das verschlug ihm jedenfalls die Stimme, im Gegenzug erntete ich aber böse Blicke von den Eltern. Die Kinder lachten nur und meinten, dass die Jugend von Heute schon seltsam sei. Dabei waren sie selbst noch nicht weit über das zehnte Lebensjahr hinaus.

Ziemlich bitter, denn das zeigt, dass die Abneigung gegen vermeintlich „unnormales“ im eigenen Elternhaus geleert wird. Sie wissen es nicht besser, aber das macht die Situation auch nicht besser. Schon traurig, dass in der heutigen Zeit noch solche Dummheit existiert …

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