Ein Tag in Bristol

Sieben Stunden bin ich nun durch Bristol gelaufen. Nachdem ich heute schon recht früh wach war, bin ich tatsächlich schon seit 10:00 Uhr (9:00 Uhr Ortszeit) auf den Beinen. Habe mich anfangs ein wenig gewundert, wieso die Straße so leer sind, aber das ist ja in Berlin auch nicht anders.

Nachdem ich gestern noch ein wenig im Internet gesurft und eine Folge von Lost geschaut hatte, bin ich direkt ins Bett gegangen. Müde und geschafft genug war ich auf jeden Fall. Doch anstatt der zu erwartenden acht Stunden Schlaf war ich bereits nach viereinhalb Stunden wieder wache. Vielleicht aus Angst davor, etwas zu verpassen oder aber auch weil es in einem Hotel halt oft nicht so leise zu geht, wie zu Hause.

Jedenfalls bin ich dann aufgestanden und habe eine erfrischende Dusche genommen. Auf dem Weg nach draußen stellte sich mir dann ein kleines Problem in den Weg. Die Tür wollte nicht aufgehen und ich verstand nicht, warum dies so war. Also rief ich am Empfang an und der kam dann rauf, um mir behilflich zu sein. Wie man auf dem Bild sieht, ist ein rundes Etwas neben der „Klinke“ und anstatt das zu drehen, muss man es nach unten drücken. Darauf muss man erst einmal kommen.

Von einem jungen, englischen Mann gerettet, machte ich mich dann auf den Weg in die Stadt. So weitläufig, wie ich es zuerst angenommen hatte, ist Bristol dann doch nicht. Gut, ich war sieben Stunden unterwegs und habe glaube ich nur eins, zwei Straßen doppelt belaufen, aber im Grunde bräuchte man auch hier kein Auto. So war ich recht schnell von Clifton nach Bristol gelaufen und lief am Fluss entlang.

Viele Fotos habe ih gemacht, an die zweihundert Stück und weitere Fotos musste ich dann später mit meinem iPhone aufnehmen, da der Akku der Digitalkamera im Museum der SS Great Britain den Geist aufgegeben hatte. Dieses Schiff und alles drumherum war wirklich beeindruckend und auch so merkt man, dass Bristol am Meer gelegen ist. Die Replica der Matthew, einer Karavelle aus dem 15. Jahrhundert, musste ich dann schon mit dem iPhone ablichten.

Die Menschen hier machen einen sehr gelassenen Eindruck. Es gibt viele alte Häuser zu bestaunen, das Rathaus ist einfach der Wahnsinn und der Hauptbahnhof ist einer der ältesten Bahnhöfe weltweit. Den werde ich mir dann wohl morgen ansehen, heute bin ich schon zu platt. Ich sitze übrigens gerade vor einer zerbombten Kirche, die man als Mahnmal hat stehen lassen.

Ansonsten ist es hier ein wenig anders als in Berlin, das fängt bei der Sprache an, geht dann mit den Fußgängerampeln weiter und hört bei den seltsamen Steckdosen auf. Achja, und viele der Fenster öffnet man hier, indem man sie nach oben schiebt. Ansonsten ist es alles recht ähnlich, fast wie zu Hause.

Bristol wäre glaube ich eine Stadt, in der ich leben könnte, auch wenn sie gerade mal etwas mehr als 400.000 Einwohner beherbergt, ist es hier ausreichend schön, um sich wohl zu fühlen. Die beiden Universitäten muss ich mir morgen auch noch ansehen. Etwa 40.000 Studenten gehen hier tagtäglich ein und aus, also ist Bristol auch eine recht junge Stadt, was ja nie verkehrt sein kann.


Mein erster Eindruck von England ist also ein sehr guter. Die Menschen hier, soweit ich in Kontakt mit ihnen kam, sind alle sehr freundlich und umgänglich. So fragte mich eine Frau, die für ein lokales Projekt Leute auf der Straße ansprach nach dem Woher und Wohin und meinte schmunzelnd, dass sich die Sonne ja alle Mühe gäbe, um Bristol in einem schönen Licht dastehen zu lassen. Dafür braucht es aber keine Sonne, denn wie ich schon sagte, die Leute hier sind echt in Ordnung.

So, jetzt werde ich erstmal wieder Richtung Hotel laufen und dann mal sehen, was der Abend noch so mit sich bringt. Sicher werde ich noch mal in die Stadt gehen, vielleicht etwas essen und ein wenig vom Nachtleben aufschnappen.

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